Funktionsgebäude auf der Anlage am Rebstock wurde neun Monate früher fertig als geplant
Das neue Sportlerheim am Rebstock soll nicht nur den Frauen des FFC, sondern auch den WM-Gästen aus Brasilien und Nigeria den Trainingsalltag versüßen.

Von Mirco Overländer

FunktionsgebaeudeBockenheim. Sportdezernent Markus Frank (CDU) ist begeistert vom neuen Sportlerheim am Rebstockbad. Das rund 2,3 Millionen Euro teure Gebäude wurde nicht nur neun Monate früher als vorgegeben fertig, sondern ist auch eines der ersten vier Sportlerheime Europas, die in Passivhausbauweise errichtet wurden. Und ganz nebenbei ist der Hybrid aus Umkleide, Platzwartwohnung und Zuschauertribüne auch noch schick anzusehen.

Lob für das Konzept

Harald Heußer, zuständiger Projektleiter im Hochbauamt, freut sich, dass das zweigeschossige Multifunktionsgebäude von allen Seiten gelobt wird. «Wir haben uns den Flur komplett gespart und stattdessen einen überdachten Laubengang im ersten Stock gebaut», erklärt Heußer. Dieser könne bei Spielen des FFC Frankfurt auch als Zuschauertribüne genutzt werden.

Darüber hinaus soll dank eines ausgeklügelten Be- und Entlüftungssystems endlich Schluss sein mit nach Schweiß riechenden Umkleidekabinen und horrenden Heizkosten. Denn die beim Duschen produzierte Hitze soll über einen Wärmetauscher dazu beitragen, dass die bisherigen Energiekosten um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Mehrkosten lohnen sich

«Wir geben zwar im Vergleich zur herkömmlichen Konstruktionsweise zehn Prozent mehr für den Bau aus. Doch diese Mehrkosten werden in den kommenden Jahren um ein vielfaches wieder eingespart», verspricht der Fachmann vom Hochbauamt. Er ist fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, die marode alte Umkleide komplett abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Dies hat sich auch positiv auf die Bauzeit ausgewirkt. Rund ein Jahr ist seit Beginn der Bauarbeiten am 28. Februar 2010 vergangen.

Die bei der offiziellen Einweihung des Sportkomplexes anwesenden FFC-Frauen lauschten interessiert den Worten der Projektverantwortlichen. Immerhin profitieren sie ebenso wie die Kicker des DJK Schwarz Weiß Griesheim, der Betriebssportverband Hessen, zahlreiche Schüler der umliegenden Schulen und der Dienstsportbetrieb der Frankfurter Polizei und Feuerwehr vom Neubau. Während der Frauen-WM werden außerdem die Teams aus Nigeria und Brasilien auf der Anlage trainieren. Sie alle können sich fortan über doppelt so viel Platz wie vorher freuen.

Modulbauweise

Bei all diesen Vorzügen darf freilich nicht vergessen werden, dass der Neubau zwei Prozent weniger gekostet hat als ursprünglich geplant. Diese Ersparnis führt der Sportdezernent auf die von der Stadt im Jahr 2004 eingeführte Modulbauweise zurück, mit deren Hilfe bisher bereits 14 solcher Sportanlagen errichtet wurden.

«Im vergangenen Jahr haben wir 16 Sportanlagen saniert, 23 Millionen Euro investiert und elf neue Kunstrasenplätze gebaut», resümiert Frank und verweist darauf, dass in diesem Jahr weitere 16 Millionen Euro zum Ausbau der hiesigen Sportlandschaft in den städtischen Haushalt eingestellt worden sei. Dieses Geld bezeichnet Markus Frank als wohlüberlegte Investition in die Zukunft. Schließlich bedeute die Förderung des Breitensports gleichzeitig auch eine Förderung des Sportstandorts Frankfurt und helfe Jugendlichen auch bei der Ausbildung von Sozialkompetenz.

Bei der an die Einweihung anschließenden Führung durch das Innere des Gebäudes ist auch Ex-Weltmeisterin Renate Lingor dabei. Sie staunt nicht schlecht über den betont spartanischen Luxus der Inneneinrichtung und die quietschbunten Wände. «Das sah zu meinen Zeiten schon etwas anders aus», lautet der beeindruckte Kommentar der Fußball-Pionierin. Beeindruckt dürfte auch der Platzwart sein, dem fortan eine 100 Quadratmeter große und lichtdurchflutete Wohnung zusteht.

Quelle: FNP 22.03.2011